Sonja Berthel, Portrait
Sonja Berthel, Studio Vocalis

Sonja Berthel

 

staatl. gepr. Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin
(Schule Schlaffhorst-Andersen)

 

dipl. Gesangspädagogin (Hochschule Mozarteum, Salzburg)

 

Sängerin


Abgeschlossene Berufsausbildungen:

  • Klassische Gesangsausbildung und Gesangspädagogik.
    (Sologesang-Studium an der Hochschule Mozarteum, Salzburg und am Conservatorio Padre Antonio Soler in S. L. Escorial, Madrid. 
    Gesangspädagogikstudium am Mozarteum, Salzburg).
    Diplom der Hochschule Mozarteum, 1994.
     
  • Staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin.
    (3-jährige Berufsfachschule: Schule Schlaffhorst-Andersen für Atmung und Stimme in Bad Nenndorf.)
    Abschluss: Januar 1999.

    Als staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin verfüge ich über eine fundierte 3-jährige Fachschul-Ausbildung auf Basis der Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen und meine therapeutische Praxis ist zugelassen von den gesetzlichen Krankenkassen zur Therapie aller Störungsbilder im Bereich der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie. 
    Ich bin Mitglied im Berufsverband dba.

kontinuierliche Weiterbildung:

  • Funktionales Stimmtraining nach E. Rabine  (H. de Young) 2004-2012
  • Zapchen – Somatics  (Julie Henderson) seit 2005
  • Focusing  (DAF) seit 2007
  • The Human Voice / Roy Hart  (Ulrik Barfod) seit 2011

 

Sonstige Fortbildungen (Auswahl):

  • fortlaufend regelmäßige therapeutische und medizinische Fortbildungen zu den Themenkreisen der Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie.
  • "Freeing the Natural Voice"  (Kristin Linklater)
  • Alexandertechnik und sängerische / instrumentale / schauspielerische Performance  (Beret Arcaya)  
  • Feldenkrais - Bewusstheit durch Bewegung  (Sibyl Urbancic u.a.)
  • "Der erfahrbare Atem"  (Ilse Middendorf)
  • Atemtypenlehre nach Wilk / Hagena  
  • Meisterkurse oder mehrjähriger Unterricht in Gesangstechnik und /oder musikalischer Interpretation (u.a. bei Manuel Cid, Helena Lazarska, Kurt Widmer, Peter Elkus, Cornelia Prestel, Felix Lavilla, Paul Badura Skoda, Nikolaus Harnoncourt)
  • Obertongesang  (Christian Zehnder) 2009-2013
  • „Liberating the Voice Of Your Soul“  (Chloe Goodchild)
  • Gewaltfreie Kommunikation (nach Marshall Rosenberg)


Klang und Stimme waren für mich von klein auf faszinierende und belebende Phänomene. Melodien, Harmonien und Rhythmen übten ebenso wie Dialekte und fremde Sprachen immer schon eine magische Anziehungskraft auf mich aus. 

 

Als Kind konnte ich alles um mich herum vergessen, wenn ich mit dem Radio mitsang und oft eine zweite Stimme dazu erfand. Seit jeher begeisterten mich die unterschiedlichsten Arten von Musik. Blues und Rock ebenso wie französische Chansons, ursprüngliche Volksmusik naher und ferner Länder, Liedermacher und Klassik. Zuhause wurde ich mit klassischer Musik gefüttert und durfte Unterricht an mehreren Musikinstrumenten genießen.

 

Aufgewachsen bei Freiburg im Breisgau, war ich von 1977 an in einigen Chören und Vokalensembles engagiert, trat seit 1978 auch regelmäßig als Gesangssolistin auf. Ein klassisches Gesangsstudium war die naheliegende Konsequenz. Später ergänzt durch die Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin.

 

Nebenbei setzte ich meine Auftritte als Solistin, sowie als Mitglied und auch Leiterin von Vokalensembles fort, war an diversen Rundfunk-, Fernseh- und Tonträgeraufnahmen beteiligt und habe Musik für kleinere Theaterprojekte komponiert und aufgeführt. 

 

Seit 1989 bin ich als Gesangslehrerin tätig, seit 1999 als Sprach- und Stimmtherapeutin.


2003 eröffnete ich meine eigene von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen zugelassene Praxis für Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie und auch die Stimmschule STUDIO VOCALIS in Landsberg am Lech. Im Laufe der Jahre durfte ich bislang über 700 Schüler*innen und Klient*innen betreuen. 

 

Am Ende des klassischen Gesangsstudiums in Salzburg und Madrid und des Studiums der Gesangspädagogik, das ich 1994 an der Hochschule Mozarteum mit Auszeichnung abschloss, hatte ich erkannt, dass ich nicht bereit war, den Sängerberuf als einzigen Broterwerb auszuüben. Fühlte ich mich doch etwas zu zart besaitet, um den rauen Winden des Musikbusiness standzuhalten.
So entschloss ich mich, um noch mehr über die Stimme zu erfahren, zusätzlich den Beruf der Atem-, Sprech-Stimmlehrerin zu erlernen und in diesem auch als Therapeutin tätig zu werden.

 

Singen war für mich immer ein Grundbedürfnis gewesen, aber keineswegs immer einfach. Im Laufe des Studiums gab es neben den Zeiten, wo ich unbändige  Freude daran hatte, auch solche in denen ich mich geplagt habe. Meine Stimme hat nicht jederzeit einfach nur reibungslos und prächtig funktioniert. Manche emotional belastenden Ereignisse wirkten sich stärker als mir lieb war auf meine Stimmqualität aus. Und auch Gesangslehrer haben nicht ausnahmslos nur konstruktiv agiert und hilfreichen Rat erteilt. Es gab Zeiten, wo mir die Begeisterung für den Gesang fast verloren ging…

 

Daneben erlebte ich im Laufe meiner Studienzeit und danach so viele andere Sänger, einschließlich Profis auf dem Podium, die sich merklich abmühten, anstatt frei und kraftvoll zu singen! (Ich rede hier nicht davon, dass Gesang vom geforderten Einsatz her gelegentlich durchaus mit Hochleistungssport gleichzusetzen ist, was ich völlig in Ordnung finde.)

 

Dass die Begeisterung und die Leichtigkeit im Singen sich für mich auf lange Sicht wieder Bahn brechen konnten und ich zusätzlich das Glück hatte zu entdecken, wieviel Kraft in der gesprochenen Sprache steckt, ist Ergebnis einer längeren, unermüdlichen Forschungs- und Entdeckungsreise und der inneren Gewissheit, dass der Stimmausdruck ein Urbedürfnis und Singen eigentlich Freude ist.

 


All diese Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass in mir der Wunsch gewachsen ist, eine Lehrerin zu werden, die Menschen von Anfang an ermutigt, die eigenen Schätze zu heben anstatt sich an Vorgaben zu orientieren, die vielleicht ihrem Naturell ganz entgegenstehen. Sicher kann man den Menschen, die man begleiten darf, nicht jeden Umweg ersparen, aber vielleicht zumindest die zermürbendsten Irrwege.

 

Was meine eigenen Umwege und schwierigen Passagen betrifft, so bin ich mittlerweile dahin gekommen, sie wertzuschätzen. Denn auch diese Erfahrungen und das daraus Gelernte sind ein Teil der Schatzkiste geworden, aus der ich schöpfen kann, um anderen Menschen dabei zu helfen einen direkteren Weg einzuschlagen, auf dem sie die Freude am Singen und an ihrer Stimme nicht erst zu verlieren brauchen, oder sie, wo sie doch schon getrübt wurde, wieder zu entdecken und zu bewahren.